2. Mai 2026
Jetour: Der aufstrebende SUV-Hersteller aus China im Markenporträt
Warum Jetour immer stärker in den Fokus rückt
Der chinesische Automobilmarkt bringt seit einigen Jahren zahlreiche neue Marken hervor. Einige verschwinden schnell wieder, andere entwickeln sich zu ernstzunehmenden internationalen Wettbewerbern. Jetour gehört eindeutig zur zweiten Gruppe.
Die Marke ist noch jung, wächst aber schnell und konzentriert sich auf ein Segment, das weltweit besonders gefragt ist: SUVs für Familie, Reise, Alltag und Freizeit. Während viele Hersteller versuchen, möglichst viele Fahrzeugklassen gleichzeitig abzudecken, verfolgt Jetour eine klar erkennbare Strategie. Die Marke positioniert sich vor allem über geräumige SUVs, moderne Ausstattung, robuste Designsprache und zunehmend elektrifizierte Antriebskonzepte.
Für Käufer, Händler und Importeure ist Jetour deshalb besonders interessant. Die Marke steht beispielhaft für eine neue Generation chinesischer Hersteller, die nicht mehr nur über niedrige Preise auftreten, sondern über Konzept, Technologie, Ausstattung und internationale Expansion.
Die Geschichte von Jetour
Jetour wurde im Januar 2018 eingeführt und gehört zum Umfeld der Chery Holding Group, einem der bedeutendsten chinesischen Automobilkonzerne. Chery selbst zählt seit Jahren zu den exportstärksten chinesischen Fahrzeugherstellern und ist mit mehreren Marken international aktiv. Jetour wurde gegründet, um gezielt auf veränderte Markttrends und Kundenbedürfnisse zu reagieren.
Das erste wichtige Serienmodell war der Jetour X70, der im August 2018 eingeführt wurde. Schon dieses Modell zeigte die Grundidee der Marke: ein geräumiger SUV mit familienorientiertem Nutzwert, attraktiver Ausstattung und einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das breite Kundengruppen ansprechen sollte.
Seitdem hat Jetour seine Modellpalette deutlich erweitert. Heute umfasst die Marke unter anderem Modellreihen wie X70, X90, Dashing, T1, T2 und elektrifizierte Shanhai-Varianten. Auf der globalen Jetour-Seite werden aktuell unter anderem G700, T1, T1 i-DM, T2, T2 i-DM und Dashing geführt.
Markenidee: „Travel+“ statt reiner Fahrzeugverkauf
Ein wichtiger Begriff bei Jetour ist die sogenannte Travel+-Ausrichtung. Damit will Jetour nicht nur Autos verkaufen, sondern Fahrzeuge für Menschen anbieten, die Reisen, Familie, Freizeit und Komfort miteinander verbinden möchten.
Diese Positionierung ist strategisch klug. SUVs werden weltweit stark nachgefragt, aber die Kundenerwartungen haben sich verändert. Käufer suchen nicht nur eine erhöhte Sitzposition, sondern auch:
- viel Innenraum
- flexible Sitzkonzepte
- hohe Alltagstauglichkeit
- Komfort auf langen Strecken
- moderne Infotainment- und Assistenzsysteme
- robuste Optik
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Jetour versucht genau diese Punkte zu bündeln. Die Fahrzeuge sollen nicht nur praktisch sein, sondern auch ein Lebensgefühl vermitteln: reisen, entdecken, flexibel bleiben und dabei Komfort genießen.
Jetour und Chery: Starke Konzernbasis im Hintergrund
Jetour profitiert stark davon, Teil des Chery-Umfelds zu sein. Chery ist ein großer chinesischer Automobilkonzern mit internationaler Erfahrung, Entwicklungsressourcen und einer breiten technischen Basis.
Reuters berichtete 2026, dass Chery im Jahr 2025 rund 2,8 Millionen Fahrzeuge verkauft hat und seine internationale Expansion weiter stark vorantreibt. Zudem entfielen über 80 Prozent der Verkäufe auf SUVs, was die strategische Bedeutung dieses Segments unterstreicht.
Für Jetour ist das ein wichtiger Vorteil. Die Marke kann auf Konzernkompetenz, Plattformen, Antriebstechnik, Einkauf, Produktion und Exportstrukturen zurückgreifen. Gleichzeitig tritt Jetour mit einer eigenständigen Markenidentität auf.
Modellstrategie: SUV, Familie und Abenteuer
Jetour konzentriert sich stark auf SUV-Modelle. Dabei lassen sich zwei Hauptlinien erkennen.
Zum einen gibt es die familienorientierten SUV-Modelle wie X70, X90 oder Shanhai L7/L9. Diese Fahrzeuge setzen auf Platz, Komfort, flexible Sitzkonfigurationen und Alltagstauglichkeit.
Zum anderen gibt es die robustere T-Serie mit Modellen wie Jetour T1 und Jetour T2. Diese Fahrzeuge bedienen den Trend zu kantigen, abenteuerorientierten SUVs. Der T2 wird auf der globalen Jetour-Seite als „Hardcore Adventure SUV“ positioniert.
Gerade diese Mischung ist interessant: Jetour deckt nicht nur klassische Familien-SUVs ab, sondern spricht auch Kunden an, die ein Fahrzeug mit stärkerer Outdoor-, Reise- oder Offroad-Optik suchen.
Die Shanhai-Reihe: Jetours Weg in die elektrifizierte Zukunft
Ein besonders wichtiger Schritt ist die Shanhai-Reihe. Sie steht für Jetours elektrifizierte Modelle und Plug-in-Hybrid-Technologie. In China und internationalen Märkten werden verschiedene Shanhai-Modelle angeboten oder vorbereitet, darunter unter anderem L7, L9 und T2-Varianten.
Die Shanhai-Strategie zeigt, dass Jetour nicht beim klassischen Verbrenner-SUV stehen bleiben möchte. Der Markt bewegt sich klar in Richtung Elektrifizierung, und Jetour reagiert darauf mit Plug-in-Hybrid-Systemen, die elektrische Alltagsnutzung mit Langstreckentauglichkeit verbinden.
Ein Beispiel ist der Jetour Shanhai L7 Plus, der in veröffentlichten Berichten mit Plug-in-Hybrid-Technik, Batteriegrößen von 18,67 kWh beziehungsweise 32,66 kWh und elektrischen CLTC-Reichweiten von 121 km beziehungsweise 220 km beschrieben wurde. Zudem wurden je nach Version sehr hohe kombinierte Reichweiten angegeben.
Auch der Jetour T2 i-DM zeigt diese Richtung. Auf regionalen Jetour-Seiten wird der T2 i-DM als Plug-in-Hybrid-SUV mit bis zu 140 km elektrischer Reichweite und bis zu 800 km kombinierter Reichweite beworben.
Für viele Käufer ist diese Technologie besonders interessant, weil sie zwei Bedürfnisse verbindet: lokal elektrisch fahren und auf langen Strecken flexibel bleiben.
Design: Moderne SUV-Präsenz mit klarer Zielgruppe
Jetour setzt stark auf ein markantes SUV-Design. Je nach Modell reicht die Gestaltung von modern und urban bis kantig und abenteuerorientiert. Besonders die T-Serie folgt dem Trend zu robust wirkenden Fahrzeugen mit klaren Linien, hoher Karosserie und Offroad-Anmutung.
Der Erfolg solcher Fahrzeuge zeigt, dass viele Kunden nicht nur ein praktisches Auto suchen, sondern ein Fahrzeug mit Präsenz. Gerade in Märkten wie dem Nahen Osten, Südamerika, Afrika und Teilen Asiens sind große, robuste SUVs sehr gefragt.
Gleichzeitig bleibt Jetour bei vielen Modellen familienorientiert. Es geht nicht nur um Optik, sondern um nutzbaren Raum, Sitzkomfort und Reiseeignung.
Internationale Expansion: Jetour denkt global
Jetour wächst nicht nur in China, sondern auch international. Die Marke baut ihr Händler- und Servicenetz in vielen Regionen aus. Laut einer Unternehmensmeldung aus dem Umfeld von Jetour ist die Marke inzwischen in 100 Ländern und Regionen aktiv und verfügt über mehr als 2.000 Verkaufs- und Servicestellen.
Besonders bemerkenswert ist die Expansion nach Südafrika. Reuters berichtete im April 2026, dass Jetour ab 2027 die Modelle T1 und T2 in Südafrika produzieren will. Die Produktion soll im Rosslyn-Werk erfolgen, das Chery von Nissan übernimmt. Jetour strebt dort eine Jahresproduktion von 50.000 Einheiten an und will über 3.000 Arbeitsplätze in Produktion und Lieferkette schaffen.
Das zeigt: Jetour verfolgt keine reine Exportstrategie aus China heraus. Die Marke arbeitet zunehmend an lokaler Produktion und langfristiger Marktpräsenz.
Auch die Wachstumsziele sind ambitioniert. Nach Reuters-Angaben möchte Jetour seine Verkäufe bis 2030 auf 2 Millionen Fahrzeuge steigern, wobei etwa die Hälfte davon aus Auslandsmärkten kommen soll.
Warum Jetour für Europa interessant sein kann
Für Europa ist Jetour aus mehreren Gründen spannend. Erstens trifft die Marke mit SUVs, Familienfahrzeugen und Plug-in-Hybriden wichtige Kundentrends. Zweitens bietet Jetour Fahrzeuge, die in vielen Märkten über Ausstattung, Raumangebot und Preis-Leistung auffallen. Drittens gehört Jetour zum Chery-Umfeld, das international bereits deutlich aktiver ist als viele kleinere chinesische Hersteller.
Gerade Plug-in-Hybride könnten in Europa interessant sein. Viele Kunden möchten elektrische Alltagsstrecken fahren, wünschen sich aber weiterhin Langstreckenflexibilität. Fahrzeuge wie Shanhai L7, Shanhai L9 oder T2 i-DM passen genau in dieses Suchprofil.
Allerdings ist Europa ein anspruchsvoller Markt. Entscheidend sind nicht nur Design und Preis, sondern auch:
- EU-Typgenehmigung
- COC-Dokumente
- Zulassungsfähigkeit
- Garantiebedingungen
- Ersatzteilversorgung
- Software- und Sprachversionen
- Werkstattzugang
- Service- und Diagnosefähigkeit
- Restwertentwicklung
Ein Fahrzeug kann technisch interessant sein, muss aber auch regulatorisch und praktisch zum europäischen Markt passen.
Chancen für Händler und Importeure
Für Händler und Importeure bietet Jetour mehrere Chancen. Die Marke ist noch nicht so etabliert wie BYD, MG oder andere chinesische Anbieter, besitzt aber ein klar erkennbares Profil. Das kann ein Vorteil sein, wenn sich ein Anbieter frühzeitig spezialisieren möchte.
Interessant sind vor allem:
- große Familien-SUVs
- 6- und 7-Sitzer-Konzepte
- Plug-in-Hybrid-Modelle
- robuste Adventure-SUVs
- Fahrzeuge mit hoher Ausstattung
- Modelle jenseits des europäischen Mainstreams
Händler, die solche Fahrzeuge professionell einordnen können, schaffen Mehrwert. Denn Kunden benötigen bei neuen Marken nicht nur ein Angebot, sondern Vertrauen, Beratung und Sicherheit.
Herausforderungen für Jetour
Trotz des starken Wachstums steht Jetour vor Herausforderungen. Der chinesische Automarkt ist extrem wettbewerbsintensiv. Viele Marken kämpfen mit Preisdruck, kurzen Modellzyklen und steigenden Erwartungen an Software, Assistenzsysteme und Antriebstechnik.
International muss Jetour beweisen, dass die Marke nicht nur attraktive Fahrzeuge liefern kann, sondern auch langfristige Strukturen aufbaut. Dazu gehören Ersatzteile, Garantien, Servicepartner, Schulungen, Diagnosesysteme und transparente Kommunikation.
Gerade in Europa wird das entscheidend sein. Kunden sind hier anspruchsvoll und vergleichen neue Marken direkt mit etablierten Herstellern.
Fazit: Jetour ist eine junge Marke mit klarem Profil
Jetour ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich chinesische Automarken weiterentwickeln. Die Marke ist jung, wächst schnell und konzentriert sich konsequent auf SUV-Konzepte für Familie, Reise, Alltag und Abenteuer.
Der Erfolg basiert auf einer klaren Positionierung: viel Raum, moderne Ausstattung, SUV-Präsenz, elektrifizierte Antriebe und ein starker internationaler Expansionskurs. Mit der Shanhai-Reihe zeigt Jetour zudem, dass Plug-in-Hybrid-Technologie eine wichtige Rolle in der Zukunftsstrategie spielt.
Für Käufer kann Jetour besonders interessant sein, wenn ein großzügiges, modernes und gut ausgestattetes SUV gesucht wird. Für Händler und Importeure bietet die Marke Chancen, weil sie neue Fahrzeugkonzepte abseits etablierter europäischer Anbieter eröffnet.
Gleichzeitig gilt: Bei neuen chinesischen Marken ist professionelle Beratung entscheidend. Nicht nur das Fahrzeug selbst zählt, sondern das gesamte Paket aus Technik, Zulassung, Dokumentation, Service und langfristiger Alltagstauglichkeit.
Fahrzeuge-Fleemo.de beobachtet die Entwicklung von Jetour und anderen chinesischen Herstellern genau und unterstützt Kunden sowie Geschäftspartner bei der Bewertung, Beschaffung und Einordnung moderner Fahrzeuge und Mobilitätslösungen.
